17. November 2021

Wohnen und Arbeiten – Zuhause auf der Veddel und dem Grasbrook

In der zweiten Grasbrook Werkstatt »Wohnen und Arbeiten – Zuhause auf der Veddel und dem Grasbrook« lag der Schwerpunkt auf der Nutzungsvielfalt im neuen Stadtteil, der Gestaltung von Wohnen, Arbeiten und ergänzenden Angeboten: Welche Wohnformen entstehen im Moldauhafenquartier, welche Arbeitsmöglichkeiten? Welche Möglichkeiten der Begegnung und der sozialen Infrastruktur? Im Zentrum der Diskussion stand dabei auch die Frage, wie durch die Nutzungen ein Zusammenwachsen der beiden Stadtteile Grasbrook und Veddel gefördert werden kann.

Yasmin Kherad von Herzog & de Meuron stellte die aktuellen städtebaulichen Entwürfe vor, in denen das Moldauhafenquartier vor allem durch verschiedene Formen des Wohnens, das Hafentorquartier durch Arbeitsplätze geprägt sein werden. Beide Quartiere treffen am neuen Stadtteilzentrum aufeinander, wo sich zahlreiche öffentliche Funktionen bündeln: die neue Haltestelle der U-Bahnlinie U4, das Dach mit öffentlichen Nutzungen, die Grundschule, Nahversorger und die neue Veddeler Brücke zum Nachbarstadtteil Veddel.

Weitere Denkanstöße lieferten im anschließenden Impulsgespräch Uschi Hoffmann (Diakonin in der Evangelischen Kirchengemeinde Veddel), Ayhan Altun (Islamische Gemeinde Veddel e.V. ), Uwe Henning (Agentur für Baugemeinschaften) und Andreas Richter (Behörde für Wirtschaft und Innovation).

Im Anschluss daran vertieften die Teilnehmenden die Diskussion an drei Thementischen, wo es um die zentralen Fragestellungen von Wohnen, Arbeiten, sozialer Infrastruktur und lebendiger Nachbarschaften ging:

Die drei Thementische:

  1. Tisch: Wohnen und soziale Vielfalt im Moldauhafenquartier
  2. Tisch: Arbeitswelten im Hafentorquartier
  3. Tisch: Gemeinsames Nutzungsprogramm – Grasbrook & Veddel

 

Interview Yasmin Kherad, Herzog & de Meuron

 

Interview Andreas Richter, Behörde für Wirtschaft und Innovation

 


Die Ergebnisse, kompakt zusammengefasst:

1 – WOHNEN UND SOZIALE VIELFALT IM MOLDAUHAFENQUARTIER
  • Das Moldauhafenquartier soll ein sozial gemischtes Quartier werden, das
    unterschiedlichen Gruppen, Einkommen und Wohnbedürfnissen Platz bietet.
  • Es braucht aktive Unterstützung, um vor allem den Veddeler:innen den Zugang
    zu bezahlbarem Wohnraum im Moldauhafenquartier zu erleichtern und dadurch
    das Zusammenwachsen der beiden Stadtteile zu ermöglichen.
  • Soziale Infrastrukturen sollen sowohl auf der Veddel als auch auf dem
    Grasbrook geschaffen werden, um den Austausch zwischen den beiden Stadtteilen zu stärken.
2 – ARBEITSWELTEN IM HAFENTORQUARTIER
  • ‚Veddel First‘ – auf dem Grasbrook sollen Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und Räume für Bewohner:innen sowie Unternehmen der Veddel geschaffen werden.
  • Kleinteilige Infrastrukturen im Moldauhafenquartier können sowohl die neuen Bewohner:innen des Grasbrooks, als auch die Nachbar:innen auf der Veddel nutzen.
  • ‚Shared Spaces‘ für Gewerbe/Produktion und Angebote für Co-Working machen das Hafentorquartier zu einem attraktiven Arbeitsstandort.
  • Die denkmalgeschützten Bestandshallen auf dem Grasbrook sollen für Zwischennutzungen zu günstigen Konditionen genutzt werden.
3 – GEMEINSAMES NUTZUNGSPROGRAMM GRASBROOK UND VEDDEL
  • Die Veddel Nord ist das zentrale Scharnier zwischen dem Grasbrook und der Veddel. Die weitere Planung gemeinsamer Bedarfe muss die Veddel Nord als Schnittstelle zwischen Veddel, Grasbrook und Stadteingang einbeziehen.
  • Begegnung und Austausch brauchen Organisation, Aktivitäten und Orte.
  • Die Brücke ist das zentrale Bindeglied zwischen Grasbrook und Veddel.
  • Vorhandene Angebote, Ressourcen und Bedarfe stellen ein großes Potenzial für gemeinschaftliche Angebote dar. Ein übergeordnetes Konzept muss dafür entwickelt werden.