Innovationsstadtteil Grasbrook

Städte sind vor dem Hintergrund der planetaren Grenzen Auslöser ökologischer und sozialer Herausforderungen, sie sind andererseits aber auch die zentralen Orte für technische und soziale Innovationen. Einen neuen Stadtteil wie den Grasbrook zu entwickeln, birgt daher die große Chance, zukunftsfähige Lösungen für eine innovative Stadtentwicklung zu finden und dabei die Möglichkeiten der Digitalisierung intelligent zu nutzen. Vor diesem Hintergrund geht es in der Aufgabenstellung für den Wettbewerblichen Dialog nicht nur um einen überzeugenden städtebaulichen und freiraumplanerischen Entwurf, sondern in besonderen Maße auch um das Setzen von zum Teil experimentellen Ansätzen für ökologische und soziale Nachhaltigkeit.

Vertikale Produktion in Gewerbebauten neuen Typs. Im Rahmen einer möglichst kleinteiligen, Nutzungsmischung sollen gezielt Möglichkeiten für urbane Produktion, für kleine Handwerksbetriebe oder für die Ansiedlung und Neugründung von Gewerbetreibenden geschaffen werden.

Innovationen sollen im neuen Stadtteil Grasbrook auf verschiedenen Ebenen initi­iert werden. Auf der physisch­technischen Ebene geht es um Fragen wie: Wie kann es gelingen, einen autoarmen und dennoch hoch mobilen Stadtteil zu gestalten? Wie könnte eine ressourcenschonende Energie­versorgung des neuen Stadtteils aussehen und ein mindestens CO2­neutraler Stadt­teil entstehen? Und wie könnte bei der Ge­staltung von Freiräumen der Gedanke der Biodiversität Eingang finden?

 

Ebenso wichtig ist es, über die sozialen In­novationsthemen der Stadt nachzudenken, z. B. über Fragen wie: Welche Wohnmodel­le sind zukunftsfähig und was ist wichtig für eine möglichst diverse Stadtteilgemein­schaft? Wie können öffentliche Freiräume so angelegt werden, dass sie Potenzial für die Mitgestaltung und Aneignung durch die Bewohnerschaft des Stadtteils sowie Naturerfahrungen bieten soll. Stadtentwicklung kann nur dann zukunftsfähig sein, wenn sie auch sozial gerecht, inklusionsorientiert und kulturell vielfältig ist.

Die neun Felder des Konzepts der planetaren Grenzen nach Rockström et. Al (2009) Städte sind die zentralen ökonomischen und sozialen Wachstumsräume. Bis 2050 wird sich weltweit die in Städ­ten lebende Bevölkerung im Vergleich zu 2016 nahezu verdoppeln. Die Stadtentwicklung der Zukunft muss des­ wegen mehr leisten als bloßen Städtebau. Sie muss die Stadt verantwortlich im Rahmen der durch das planetare Ökosystem gesetzten Grenzen gestalten.