Wettbewerb zur neuen Sachsenbrücke entschieden

Die Sachsenbrücke spielt eine zentrale Rolle für die Erschließung des neuen Stadtteils Grasbrook. Doch das bestehende Bauwerk ist zu klein und wird den künftigen Mobilitätsanforderungen nicht mehr gerecht. Im Rahmen der Neuplanung wurde jetzt der Architekturwettbewerb für die neue Brücke entschieden: Das Preisgericht zeichnete den Entwurf von schlaich bergermann partner sbp SE (Stuttgart) in Zusammenarbeit mit der gmp Generalplanungsgesellschaft mbH (Hamburg) als Sieger aus. Er überzeugte nicht nur durch eine klare Formensprache und eine präzise Konstruktion, sondern auch durch ein Wegekonzept, das getrennt vom KFZ- und Radverkehr eine ergänzende Promenadenbrücke für Fußgänger:innen vorsieht.

Renderin einer Brücke, Menschen laufen darüber

©sbp/gmp

Die neue Sachsenbrücke bildet die Hauptzufahrt zum Hafentorquartier und sorgt zugleich für eine leistungsfähige Anbindung an die Veddel. Vom heute dort herrschenden Logistikverkehr wird sie durch eine verbesserte Zufahrt von der nahe gelegenen Hansabrücke aus zum O’Swaldterminal entlastet, die sich bereits im Bau befindet. Die neue Sachsenbrücke wird Teil des übergeordneten Freiraumsystems rund um die künftigen Park- und Promenadenlandschaft rund um beiden zentralen Hafenbecken des Stadtteils Grasbrook: Statt der bisherigen Straßenbrücke mit beidseitigen Fußwegen entwickelt der Siegerentwurf eine zweigeteilte Brückenkonzeption, die Verkehrsinfrastruktur und Aufenthaltsqualität voneinander unabhängig stärkt.

Die südliche Brücke nimmt den Kfz- und Radverkehr auf. Vorgesehen ist eine etwa 7 m breite Fahrbahn sowie getrennte barrierefreie Rad- und Fußwege. Der Entwurf weist eine robuste, elegante Betonstruktur auf. Ein hoher Grad an Vorfertigung erlaubt eine effiziente, sparsame Bauweise. Parallel dazu entsteht eine filigrane, schlanke Promenadenbrücke aus Stahl, die näher an die Wasserkante rückt und einen durchgehenden Uferweg entlang des Moldau- und Saalehafens stärkt. Zusammen bilden beide Bauwerke ein harmonisches, zugleich markantes Ensemble.

Rendering einer Brücke über einen Kanal, ein Boot fährt übers Wasser

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Um nachhaltig zu sein, muss insbesondere bei Infrastrukturbauwerken die Lebensdauer betrachtet werden. Hier setzt der Entwurf auf ressourcenschonende Materialien wie zertifizierter Umweltbeton, der deutlich weniger Zement verwendet als herkömmliche Sorten. Hinzu kommt ein hoher Grad an Vorfertigung. Diese Aspekte spielten im Wettbewerb eine wichtige Rolle – ebenso wie die Einbindung der Brücke in das zukünftige Stadtbild zwischen neuen Quartiersstrukturen, historischen Lagerhäusern und der künftigen U4-Haltestelle am Moldauhafen.

Der Siegerentwurf von sbp überzeugte die Jury, da er die funktionalen Anforderungen an die neue Sachsenbrücke erfüllt und zugleich einen prägnanten gestalterischen Beitrag zur Identität des neuen Stadtteils Grasbrook leistet.

Der Rückbau der bestehenden Brücke soll ab Mitte 2027 beginnen, der Neubau der Sachsenbrücke kann ab dem Frühjahr 2028 starten.

Rendering einer Brücke, Menschen laufen darüber.

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2560 1477 Grasbrook Hamburg